Freitag, 22. Mai 2015

Hochinteressante Post von der Baden-Württembergischen MFG bezüglich Line Producer-Förderung:


Ich hatte auf dem INDAC Blog am 19. Mai die Nachricht über die Förderung von Line Producers veröffentlicht - hier noch einmal der Link zur Nachricht:
http://indac.blogspot.de/2015/05/mfg-fordert-game-of-thrones.html

Ich schrieb daraufhin eine kurze Anfrage an die MFG:
"Tolle Sache das hinsichtlich der Unterstützung der Branche hierzulande. Frage: Wie läuft das mit einer evtl. Rückzahlung. Ist das überhaupt vorgesehen? Ist ein "Der Scheck is back" möglich bei einer solchen Förderung?
Gruß
Johannes Wolters
Indac Blog""

und erhielt heute Antwort von der MFG:

"Hallo Herr Wolters,
it der neuen Vergabeordnung der MFG können zukünftig in begründeten Ausnahmefällen Fördermittel als Zuschüsse statt wie bisher nur als Darlehen und in einem stark verkürzten Eilverfahren vergeben werden. Außerdem ist zukünftig neben der Förderung von Produzenten zum ersten Mal in Deutschland ausnahmsweise auch die international bereits etablierte Förderung von sogenannten Line Producern möglich, die mit einzelnen Abschnitten der Produktionsdurchführung betraut sind. Bei geförderten Line-Producern, die keine Erlöse aus dem geförderten Projekt generieren können, macht natürlich ein erlösbedingt rückzahlbares Förderdarlehen keinen Sinn, in derartigen Fällen gäbe es somit auch keine „Scheck is back“-Aktion.
Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit besten Grüßen"


Dieses Vorgehen stösst ganz neue Türen auf und dürfte allerdings diversen Widerspruch und Diskussionen erzeugen. EU-Konform dürfte das nicht gerade sein.
Ich werde also weitere Fragen stellen und Euch auf dem Laufenden halten.

Inzwischen kommentierte schon einmal Michael Coldewey (Trixter), Professor des neuen Lehrstuhls für VFX und Animation an der HFF in München, das Vorgehen der MFG:
"Die MFG geht den richtigen Weg! Eine Förderung musste sich halt mal vor wagen. Ich bin froh, dass Bergengrün mit seinem Team das jetzt wagt, weil nur so sich etwas in Deutschland bewegen kann und wir eine Chance im internationalen Wettbewerb bekommen."

Was ist Eure Meinung?

Bayrische Filmförderung: FFF startet Förderung für Studierende im Bereich Animationsfilm

Nun ja, die MFG hat gerade Game of Thrones mit 150 000 Euro bezuschusst, da zieht Bayern in Sachen Ausbildungsförderung nach...




Ab sofort stehen im Nachwuchsbereich des FFF Bayern zusätzliche 100.000 Euro für Animationsprojekte zur Verfügung. Antragsberechtigt sind Studierende an bayerischen Hochschulen, die Filmanimation studieren.

Zu Beginn des Jahres verkündete Wirtschafts- und Medienministerin Ilse Aigner die Mittelerhöhung für die bayerische Filmförderung in Höhe von insgesamt 1 Mio. Euro. 100.000 Euro dieser Mittel sind nun dafür vor

Filmstudenten einschlägiger bayerischer Hochschulen können künftig für ihre Abschlussfilmen Förderanträge stellen, sofern sie in einem dafür spezialisierten Studienfach Animation studieren. Die Summe der Nachwuchsförderung erhöht sich damit auf 1,7 Mio. Euro.

Angesiedelt wird die neue Animationsförderung beim FFF Bayern im Bereich "Nachwuchsförderung - Anderer Nachwuchs", in dem seit Beginn der FFF Nachwuchsförderung immer schon talentierte Seiteneinsteiger mit professioneller Branchenerfahrung - aber ohne Ausbildung an einer Filmhochschule - Förderanträge stellen konnten, und zwar für Real- oder Animationsfilme.

Prof. Dr. Klaus Schaefer, Geschäftsführer des FFF Bayern: "Durch die Bereitstellung eines neuen Etas fördern wir nun gezielt junge Talente im Bereich Animation. Die Öffnung zu den bayerischen Hochschulen, an denen Animation gelehrt und gelernt wird, ermöglicht uns, den Animationsstandort Bayern im Nachwuchsbereich zu stärken und die jungen Filmemacher mit der etablierten Animationsbranche Bayerns zu vernetzen."

Julia Rappold, FFF-Nachwuchsfilmreferentin: „Wir freuen uns auf inspirierende und originelle Animationsprojekte jeglicher
Spielart – unabhängig davon, ob sie digital oder analog animiert werden.“

Eingereicht werden kann ab sofort über das Online-Portal. Bitte beachten Sie die im Internet bekannt gegeben regulären Einreichfristen und Fördersitzungen für 2015.

Details zur Antragstellung finden Sie im Merkblatt hier
gesehen, gezielt Animationsprojekte junger Filmemacher zu fördern.
München, 21. Mai 2015

Donnerstag, 21. Mai 2015

In Köln öffnet die Star Wars Ausstellung ihre Pforten!

 

Gestern hatte ich das große Vergnügen, die Star Wars Ausstellung im Kölner Odysseum zu besuchen!

Hat sehr viel Spaß gemacht, ich kann sie für alle großen und kleinen Fans weiterempfehlen. Ist nicht ganz billig, aber man bekommt auch etwas geboten! Vor allem kann man tolle Fotos machen, wie Ihr unten sehen werdet. Alles weitere klärt hoffentlich der folgende Pressetext zur Ausstellung

 
PRESSEINFORMATION

 Ausstellung STAR WARS(TM) Identities 

wird am Freitag, 22. Mai 2015 im Abenteuermuseum ODYSSEUM in Köln eröffnet



Die Ausstellung STAR WARS™ Identities öffnet am 22. Mai die Tore im
Abenteuermuseum Odysseum in Köln. 
Die aufregende Reise in die eigene Identität kann beginnen!
 Die internationale Wanderausstellung ist für eine begrenzte Zeit für das Publikum zu entdecken; Eintrittskarten sind unter Tel.: 0221 - 690 68 327, www.odysseum.de sowie an der Tageskasse erhältlich.
Fünfunddreißig Jahre lang haben Fans auf der ganzen Welt die Abenteuer von Luke und Anakin Skywalker verfolgt, den beiden heldenhaften Jedi-Rittern aus einer weit, weit entfernten Galaxie. Jetzt kommt mit STAR WARS Identities eine aufregende Ausstellung nach Köln und ermöglicht den Besuchern mit modernster Technik, die Star Wars-Charaktere auf völlig neue Art und Weise kennen zu lernen. Das Team, das auch Indiana JonesTM and the Adventure of Archaeology verwirklichte, hat sich in dieser neuen innovativen Ausstellung mit Lucasfilm Ltd. und X3 Productions aus Montreal zusammen getan, um den Fans mit Hilfe einer beeindruckenden Sammlung aus den Lucasfilm-Archiven das Thema Identität näher zu bringen. Die Besucher werden besser verstehen lernen, wie die Star Wars-Figuren zu denen wurden, die sie heute sind, und gleichzeitig ihre eigene Identität mit einer einfachen aber elementaren Frage überprüfen: Welche Mächte formen dich?
„Wir sind sehr stolz, STAR WARS Identities in Köln begrüßen zu können, da erstmals eine Star Wars-Schau überhaupt in Deutschland gezeigt wird. Wir freuen uns riesig, dass der Tag der Eröffnung nun endlich kommt und wir diese außergewöhnliche und imposante Ausstellung unseren kleinen und großen Gästen im Odysseum präsentieren können“, erklärt Andreas Waschk, CEO der Explorado Group und Geschäftsführer des Odysseums. Nach Gastspielen in Paris und Lyon ist das ODYSSEUM in Köln nun die deutsche Station im Rahmen der europäischen Tournee der Ausstellung. Seit der höchst erfolgreichen Premiere im Montréal Science Centre 2012 hat sie bisher mehr als 1 Mio. Menschen begeistert.

 
Die Komponenten von Identität
In Zusammenarbeit mit dem Montréal Science Centre haben die Macher der Ausstellung zusammen mit einer Gruppe von wissenschaftlichen Beratern das Thema Identität in drei Bereiche aufgeteilt, die sich in STAR WARS Identities wieder finden: der Ursprung der Charaktere, die Einflüsse, die auf sie eingewirkt haben und die Entscheidungen, die sie im Laufe ihres Lebens treffen. Innerhalb dieser drei Bereiche spielen zehn Komponenten der menschlichen Identität eine wichtige Rolle: Spezies, Gene, Eltern und Kultur innerhalb des Ursprungs; Mentoren, Freunde und einschneidende Erlebnisse innerhalb der Einflüsse und Beschäftigung sowie Persönlichkeit und Werte im letzten Bereich der Entscheidungen.

 
Diese Komponenten bilden den roten Faden der Ausstellung und untersuchen das komplexe Konzept Identität sowohl in der realen Welt als auch in der Fiktion. Parallel dazu geben die originalen Ausstellungsstücke Anregungen zum Wesen der Identität, „making-of“-Filmausschnitte liefern Hintergrundinformationen zu der Entwicklung der legendären Star Wars-Charaktere und zeigen, wie sie zu denen wurden, die sie sind. Und wie eine andere kreative Entscheidung sie vielleicht zu einer ganz anderen Persönlichkeit gemacht hätte. „Diese Ausstellung ermöglicht einen völlig neuen Blickwinkel auf die beliebten Star Wars-Charaktere“, sagt Jacques-André Dupont, Produktionsleiter bei X3 Productions. „Wir lernen ihre Identität viel besser kennen und dadurch auch unsere eigene. Die Ausstellungsobjekte, die interaktiven Elemente und der wissenschaftliche Hintergrund greifen nahtlos ineinander und ermöglichen den Besuchern eine spannende Erfahrung. Es ist eine aufregende Reise in die eigene Identität.“ Die exklusive Sammlung von ca. 200 Ausstellungsstücken aus den Lucasfilm Archiven umfasst Requisiten, Modelle, Kostüme und Kunstwerke aus den Filmen, darunter auch einige Dutzend Objekte, die niemals zuvor gezeigt wurden. Es sind Stücke aus dem gesamten Star Wars-Werk zu sehen, angefangen von der Klassischen Trilogie (1977-1983) und der Prequel-Trilogie (1999-2005) bis hin zu dem Animationsfilm Star Wars: The Clone Wars (2008) und der fortlaufenden gleichnamigen Fernsehserie. Lieblingsfiguren und -objekte der Fans wie zum Beispiel Darth Vader, R2-D2, Chewbacca, Boba Fett, Yoda, der Millennium Falke oder Anakins lebensgroßer Podrenner – um nur einige zu nennen – werden mit Sicherheit die Herzen der Besucher aller Altersklassen höher schlagen lassen.
 
Ein interaktives Abenteuer
Bei STAR WARS Identities steht der Besucher im Mittelpunkt der Ausstellung und erlebt ein persönliches und interaktives Identitäts-Abenteuer, das sich durch die gesamte Ausstellung zieht. Die Ausstellungsstücke und der wissenschaftliche Hintergrund wurden perfekt miteinander kombiniert, um eine einzigartige Erfahrung zu ermöglichen, bei der Besucher aller Altersklassen mit Hilfe modernster Technologien einen ganz persönlichen und einzigartigen Star Wars-Charakter erschaffen können, in dem sie Merkmale ihrer eigenen Identität mit fiktiven Elementen kombinieren. Nach dem Besuch haben die Gäste nicht nur ein besseres Verständnis zum Kernthema der Ausstellung gewonnen, sondern auch ihren ganz eigenen Charakter aus dem Star Wars- Universum kreiert, den sie sich per E-Mail nach Hause schicken lassen können.
 
Ein Team aus Experten
Um für die Ausstellung wissenschaftliche Hintergrundinformationen bereit stellen zu können, arbeitete X3 Productions zusammen mit Experten des Montreal Science Centres und stellte ein Team aus Spezialisten für verschiedene wissenschaftliche Gebiete zusammen, wie zum Beispiel Genetik, Neuropsychologie, Gesundheitswissenschaften und Psychologie. Das Wissen dieser Experten legte den Grundstein für die Struktur der Ausstellung und lieferte die wissenschaftlichen Informationen, die sicherstellen, dass die Erforschung zum Thema Identität auf wissenschaftliche Art und Weise stattfindet.
 
Ein kultureller Meilenstein
Die Star Wars-Filme haben weltweit Besucherrekorde gebrochen und unzählige Auszeichnungen erhalten, doch erst die Fans haben sie zu dem gemacht, was sie sind: eine Geschichte, die jung und alt gleichermaßen fasziniert und in vielen Kulturen auf der ganzen Welt einen markanten Abdruck hinterlassen hat. Die Geschichte zieht uns auch nach vielen Jahrzehnten noch in ihren Bann, weil sie so universell ist: Wir identifizieren uns mit den Charakteren in Star Wars und finden uns selbst in ihren Abenteuern wieder.
 
Weitere Informationen und Tickets
Die Ausstellung STAR WARS Identities läuft ab dem 22. Mai 2015 für eine begrenzte Zeit und ist während der regulären Besuchszeiten des ODYSSEUMs geöffnet: Montag bis Donnerstag von 09.00 bis 19.00 Uhr, Freitag
bis Sonntag, an Feiertagen und bei Ferien in NRW von 09.00 bis 20.00 Uhr.
Eintrittskarten für die Ausstellung gibt es ab 21,95 € für Erwachsene und 15,95 € für Kinder
Tel. 0221 - 690 68 327, www.odysseum.de sowie an der Tageskasse. Es gelten Eintrittskarten mit festgelegter Einlasszeit. Der letzte Einlass erfolgt jeweils 90 Minuten vor Schließung des ODYSSEUMs

Über das Odysseum
Das ODYSSEUM ist Deutschlands erstes Wissenschafts-Abenteuermuseum. Es liegt in einer von Europas am dichtesten besiedelten Regionen und umfasst eine Ausstellungsfläche von rund 7.500 Quadratmetern. Über 360.000 Besucher aller Altersklassen erleben jedes Jahr mehr als 150 Ausstellungsstücke, von denen die meisten exklusiv für das ODYSSEUM geschaffen wurden, was es zu einem renommierten außerschulischen Lernort gemacht hat. So wurde das ODYSSEUM 2011 von einem internationalen Expertenkomitee mit dem prestigeträchtigen Micheletti Award als eines der besten sieben Museen Europas ausgezeichnet. 2013 feierte das ODYSSEUM mit neuen Attraktionen wie den „Clever-Labs” und dem „Museum mit der MAUS” in Zusammenarbeit mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) seine Wiedereröffnung.
Über Star WarsTM
Am 25. Mai 1977, dem Tag der Premiere von Star Wars – in nur 32 Kinos in ganz Amerika, sollte sich die Kinogeschichte für immer ändern. Die mitreißende „Weltraumoper“, die sich aus Märchen- und Westernelementen, mythologischen Zitaten aus der ganzen Welt, Serienfilmen aus den 30er Jahren und beeindruckenden Special Effects zusammen setzte, wurde sofort zum Kultfilm der Fans und unerreichten Kassenschlager. Der visionäre Autor und Regisseur George Lucas erschuf mit „der Macht“ nicht nur ein neues Alltags-Vokabular, sondern auch unvergessliche Charaktere wie den bösen Darth Vader, den idealistischen Luke Skywalker, die lebhafte Prinzessin Leia, den liebenswerten Halunken Han Solo und den weisen Obi-Wan Kenobi. Seit der Premiere von 1977 hat sich Star Wars zu einer sechs Filme langen Saga entwickelt, die den Sturz und die Erlösung des Auserwählten, Anakin Skywalker, von Anfang bis Ende erzählt.
 
Über Lucasfilm Ltd.
Lucasfilm Ltd., eine Tochtergesellschaft der Walt Disney Company, ist eines der weltweit führenden
Unternehmen in der Film- und Unterhaltungsbranche. Neben Kinofilmen und Fernsehproduktionen bietet das weltweit tätige Unternehmen auch Visual Effects, Audio-Postproduction, innovative digitale Animationen, interaktive Unterhaltungssoftware und das globale Management seiner beliebten Marken an, darunter auch die Kultmarken STAR WARS und INDIANA JONES. Der Hauptsitz von Lucasfilm Ltd. befindet sich in Kalifornien.

Über das Lucas Museum of Narrative Art
Das Lucas Museum für Kunst und Kultur ist ein Vorreiter auf seinem Gebiet und eine der ersten Institutionen, die sich dem Verständnis der Verknüpfung zwischen veranschaulichender und wahrnehmender Kunst gewidmet hat. Das von George Lucas erdachte Museum basiert auf der Leidenschaft des Filmemachers für Bildung und die inspirative Rolle, die Kunst bei jungen Menschen spielen kann. Es bietet modernste Installationen und unvergleichliche Angebote für Kinder, Familien, Schulen, Gelehrte und Künstler. Die Sammlung des Lucas Cultural Arts Museum reicht von den schönen Künsten bis zu Animationen, von Mode bis zu Filmdesign und umfasst die Werke von Großen Meistern aus den goldenen Jahren der Illustration bis hin zu heutigen digitalen Meisterwerken, die sehr gut wieder spiegeln, wie sich die Entwicklung der Kultur in der Populärkultur wieder finden lässt.



Mittwoch, 20. Mai 2015

Hier ist Teil 2 der INDAChs Kritiken zu A WORLD BEYOND - TOMORROWLAND

Toller Berliner INDACHS!!!!!!!!!!!!

Tomorrowland – Pressevorführung am 12. Mai 2015
Aygün Völker
Rezension von Aygün Völker
Die Vorfreude war groß: Ein Film von Brad Bird, das heißt, es wird ein guter, ein
anspruchsvoller Film sein. Denkt man dabei doch gleich an den Giganten aus dem All,
Ratatouille und die Unglaublichen, alles besondere Filme, die sich wohltuend von dem
abheben, was zwar als Kassenschlager taugt, aber sonst eben nur schlichte Unterhaltung
bietet. Und sie alle tragen die Handschrift von Brad Bird.
Noch dazu ein Film mit George Clooney, der als „sexiest man alive“ gilt – das gleich
vorneweg: Er überzeugt hier absolut in der Rolle des zynischen, zerknitterten, resignierten,
alt gewordenen Wunderkindes Frank, ganz ohne den Nimbus des umwerfenden Liebhabers.
Die lebensbejahende, hochbegabte Casey an seiner Seite, gespielt von Britt Robertson,
bildet dazu einen krassen Gegensatz, sie ist munter und zu jedem Abenteuer bereit.
Eine darstellerische Glanzleistung bietet das so menschliche Roboterwesen Athena; Raffey
Cassidy spielt alle an die Wand.
Hugh Laurie als David Nix verkörpert die Nieten in Nadelstreifen, die Kreative ausbremsen
und damit gefährlicher sind als die an Terminator 2 erinnernden Kampf-Androiden, die –
warum eigentlich? - für aufregende Verfolgungsjagden sorgen und alles vernichten, was sich
ihnen in den Weg stellt.
Die atemberaubenden Spezialeffekte von LucasArts, perfekt inszeniert wie immer, lassen
allerdings die Frage aufkommen: Wäre etwas weniger nicht manchmal mehr?
Caseys Frage, warum ausgerechnet der Eiffelturm in Paris als Raketenabschussbasis für
Tomorrowland dienen sollte, lässt selbst Frank zugeben: Das ist schwierig zu erklären…,
obwohl das wunderbare Design der Rakete auf jeden Fall schön anzusehen ist, ganz im Stil
von Disney’s Version von Jules Vernes Nautilus aus „20000 Meilen unter dem Meer“.
Wer Disney-typische Lacher erwartet hat, muss sich mit eher subtilen Gags begnügen wie z.
B. dem verhaltenen Cola-Rülpser von Casey und den verschrobenen Ladeninhabern im
Sammlershop – vielleicht verträgt sich das nach Auffassung der Storyschreiber nicht mit
einem anspruchsvollen Film? Auch Athena gesteht Frank auf die Frage, warum sie über
seine Scherze nie gelacht habe: Du bist einfach nicht lustig.
Leichte Story-Schwächen kann man verzeihen, denn die Botschaft des Films ist positiv: Wie
auch in anderen Brad-Bird-Filmen überzeugen das detailverliebte, futuristische Design und
Figuren mit hohen moralischen Grundprinzipien. Sie handeln nach dem, was sie aus tiefstem
Herzen glauben. Brad Bird hat‘s mit den Hochbegabten, obwohl Casey letztendlich nicht ihre
Hochbegabung braucht, um auf die Lösung des Problems zu kommen, sondern das, was
Hochbegabte und besondere Menschen ausmacht: Sie trauen sich, eingefahrene
Denkbahnen zu verlassen.
Die Idee, dass die Zukunft auf Wahrscheinlichkeiten beruht und nicht festgelegt ist, eher
auswählbar wie eine Radio-Frequenz, ist nicht neu, aber interessant.
Kann Kreativität die Welt retten?
Wir aufgeklärten Europäer rümpfen über so etwas gerne die Nase: Ja, ja, es müssen nur alle
daran glauben, dann wird es schon - Sprüche von amerikanischen Motivationstrainern? Beim
Versteckspielen als Kinder haben wir uns damals auch einfach die Augen zugehalten und
geglaubt, dann sehe uns keiner! Alles Quatsch!
Und doch: Versetzt Glauben nicht Berge?
Der Film mutet an wie eine moderne Version des amerikanischen Traums, der mit Farmern
begann, mit Menschen, die niemals aufgaben und an eine Zukunft glaubten. Nur solche
Menschen können etwas bewegen. Sie haben Ziele. Sie schaffen Perspektiven.
Fazit: Seinem Ziel: „Unterhaltung mit Anspruch“ wird der Film voll gerecht, man kann einfach
nur die Special-FX genießen oder auch über die Botschaft nachdenken.
Und jetzt warten wir auf unseren Pin.

Aygün Völker
Pans Studio


 "Tomorrowland" ist ein Film mit einigen netten Ideen, guter Action und vor allem einer wunderbaren Grundbotschaft, die lange Zeit geschickt verpackt und nur am Ende etwas kitschig ausgekostet wird. Was für mich völlig im Dunkeln blieb, war leider das Tomorrowland selbst, denn sowohl optisch wie inhaltlich ergab sich hier kein stimmiges Gesamtbild, sondern dieser Hintergrund blieb sehr blass. Schade, denn gerade die dort entstandene Gesellschaft, deren Ziele und Aufbau (Roboter etc.) hätten mich nach dem guten Aufbau wirklich interessiert!

Esther Kaufmann
Autorin und Dramaturgin
www.estherkaufmann.com



Als ich den Trailer zu „Tomorrowland“ das erste Mal sah, wurden meine Erwartungen an diesen Film ziemlich hoch gesetzt. Die visuelle Umsetzung hat einiges zu bieten und macht Spaß anzuschauen. Beeindruckend ist, wie sämtliche Schauspieler in diesem Film dem Zuschauer ihre Rollen glaubwürdig und mit voller Überzeugung vermitteln. Besonders gut finde ich, das Acting von Britt Robertson in der Rolle von „Casey Newton“. Ihre rebellische und entdeckungsfreudige Art unterhält das Publikum und lässt keine Langeweile aufkommen.
Das Einzige was mich gestört hat, war dass die Spannung bis zur Mitte des Films ziemlich hoch gehalten wurde, aber am Ende ganz schön abflachte. Trotzdem empfehle ich jedem, sich den Film unbedingt anzuschauen. Viel Spaß!

Sebastian Grutza



Also der Trailer zum Film war mir schon sehr suspekt und ich konnte nicht wirklich einschätzen was mich in Brad Birds neuem Film "A World Beyond" (aus rechtlichen Gründen darf der Film in Deutschland nicht den Titel "Tomorrowland" haben) erwartet. Ohne Frage hat er mit "Mission Impossible: Phantom Protokoll" einen Blockbuster ganz nach meinem Geschmack abgeliefert, aber dieser Trailer... Mmhh naja.. immerhin spielt ja auch George Clooney die Hauptrolle und das muss doch auch eine Garantie für 130 Min. beste Unterhaltung sein. Und als Sidekick steht ihm kein geringerer als Hugh Laurie gegenüber. Mensch, das muss doch passen... oder?? Joah, passt!! Die ersten 20 Min. braucht der Film zwar um in Fahrt zu kommen und bis man in der Story drin ist, aber danach erlebt man eine Geschichte, der man nur allzu gerne folgt. In diesem Film ist alles was mein Cineasten-Herz begehrt: ein Cast mit sehr angenehmen Überraschungen (insbesondere die drei jüngsten machen einen großartigen Job: Britt Robertson (weibliche Hauptrolle), Raffey Cassidy (Athena) und Pierce Gagnon (spielt den jungen Frank Walker)), eine Story mit vielen Wendungen, Animationen vom Feinsten und jede Menge haarsträubenden Spaß, der mich sehr zum lachen gebracht hat. Den Film werde ich mir definitiv noch ein zweites Mal mit Freunden anschauen... und apropos "anschauen": bei der allernächsten Gelegenheit werde ich mir in Paris nochmals den Eiffelturm etwas genauer anschauen ;)

Mario Doll


Paolo Mainini
"Tomorrowland - A world beyond" erzählt die Geschichte von Frank (George Clooney), ein ehemaliges Wunderkind jetzt desillusioniert, und Casey (Britt Robertson), optimistisch und intelligente Teenager, der voller Forscherdrang ist. Durch ein gemeinsames Schicksal verbunden sind, die beiden begeben sich auf eine gefährliche Mission zusammen, um die Geheimnisse einer mysteriösen Raum-Zeit als "Tomorrowland" bekannt zu entsperren. Ihre Versuche, sowohl die Welt und sein Leben zu ändern, für immer.
Brad Bird bringt noch eine andere Adrenalin-gefüllte, Fantasie inspiriert Film auf der großen Kino-Leinwand. Sein Know-how in der Animation und Storytelling ist seit ersten Minuten klar, als er führt uns in die farbige " '60s Retro-Future" Expo Messe.
Wir sehen bekannte Gesichter, aber das Publikum ist auf wenige neue junge Zeichen und eingeführt.
Die junge Schauspielerin Raffey Cassidy bietet eine tolle Leistung als Athens, die Tochter von David Nix. Ihr Charakter erinnert an Rachael in Blade Runner und Tami Stronach, die junge Kaiserin von Die unendliche Geschichte. George Clooney spielt wie immer mit Humor, Charme und manchmal Jähzorn. Hugh Laurie hält den Zynismus seiner Dr.Haus hat aber eine zusätzliche Ebene der Dunkelheit und spielt die Rolle des David Nix, pessimistisch und egoistischen Vater von Athena.
Es ist interessant, wie die energische Casey (Britt Robertson) entdeckt die neue Welt, weiß aber nicht, wie genau man dort zu bewegen. Wirklich Spaß sind die früheren Momente, in denen sie aber findet sich plötzlich stürzt auf der Wand, fällt die Treppe hinunter zu Hause oder ist zu Fuß in den See in der Mitte der Nacht.
Die VFX und CGI Elemente sind noch einmal unverzichtbar und spielen eine wichtige Rolle.
Der Film springt einfach zwischen Action, Fantasy und Komödie und wird nie langweilig. Das Publikum wird in einem neuen erstaunlichen Fantasielandschaft eingeführt werden, aber es wird immer vertraut und zeitgenössischen Elementen um, das uns in der Nähe der Realität zu halten, z.B. die technologische, aber alte Franks Haus, die rote NASA Baseballmütze von Casey oder der pop Memorabilia-Laden.
Ausser

dem die wenige innere Stelle hat das FIlm viele breite Open-Air-Drehorten. Unendlichen kanadischen Landschaften und Weizenfelder, die NASA John F. Kennedy Space Center in Florida und ein unkenntlich Valencias Stadt der Künste und der Wissenschaften, die wurde von Archistar Santiago Calatrava entworfen.
Die spannende Filmmusik von Michael Giacchino wirkt gut zusammen mit den Szenen.
Fazit: ein visionärer Regisseur widmet sich dem fantastischen Tomorrowland und formt den Stoff auf seine ganz eigene Art zu einem intensiven Kino-Erlebnis mit viel Emotion und spektakulären Bildern. Wichtig ist der letzte Aufruf, unsere Erde und die Menschheit zu schützen.

Paolo Mainini, München
Website:www.playmaino.it



Robert Schäfer
A World Beyond erzählt die Geschichte des Erfinders Frank (George Clooney). Punkt. Der in den Trailern als Protagonist beworbene Charakter der Casey Newton (Britt Robertson) liefert Frank zwar erst den Grund sich wieder aufzuraffen und aus dem Exil nach Tomorrowland zurückzukehren, macht aber selbst kaum eine emotionale Entwicklung durch. Um aber nicht ohne Vorwarnung inmitten von Caseys Handlungsstrang den Protagonisten zu wechseln, bekommt Frank einen recht langen Prolog verpasst, der den emotional dramaturgischen Unterbau für den ganzen Film inne hält.
Das erzählerisch intelligente daran ist aber den Zustand der anderen Welt im Jahr 1964 zeigen zu können. Alles ist sauber, bunt und spannend. Eine Welt wie aus der Werbung.
Wenn Frank mit Casey dann endlich in Tomorrowland ankommt sieht das schon ganz anders aus. Und dieser Unterschied ist der Kern der Erzählung. Der Unterschied zwischen dem, was mal war, was hätte sein können, was hätte sein sollen und was dann letztlich sein wird und spielt damit nicht zu knapp auf die aktuellen Bemühungen um virtuelle Realitäten und ihre möglichen Konsequenzen an. Die Gefahr sich in einer vermeintlich besseren Welt zu verirren, oder gar nicht mehr zu erkennen was real ist und was nicht.
Um das ganze visuell entsprechend spektakulär zu gestalten wartet der Film mit gigantischen und ausgefallenen Sets auf. So wurde beispielsweise in der City of Arts and Sciences im spanischen Valencia gedreht. Dieser Ort, der tatsächlich wie eine andere Welt aussieht, verbindet sich aber so gut mit den herausragenden VFX des Films, dass man als Zuschauer in visueller Überwältigung schnell alles als computeranimiert dahinstellen möchte. Einerseits schmeichelt es den VFXlern, andererseits ist es schon beinahe schade für die Zuschauer, die den realen Locations schon keine Imposanz mehr zugestehen, wenn sie mal nicht digital erweitert oder überpinselt wurden.
Also ist, ganz im Sinne der Thematik des Films nie ganz klar was nun echt ist und was nicht. Und wie im oben genannten Fall liegt man wohl bei A World Beyond häufiger daneben als man denkt.
In bester Disney-Themenpark-Manier wird dem Publikum anfangs (und durch die Werbung und Trailer) eine Welt versprochen, die einer Achterbahnfahrt gleich kommt. Ein Motiv, das sich ebenfalls durch den ganzen Film zieht. Sei es die tatsächlich 1964 vorgestellte Disney-Attraktion „It’s a small World“, ein Flug mit dem Jetpack, oder eine Fahrt mit dem Zug in Richtung Raumstation, gerade am Anfang zeigt der Film wie wichtig die rasanten und stetigen Bewegungen vorwärts sind. Wenn die Erfindung keinen Zweck hat, dann kann sie doch wenigstens Spaß machen, so auch die Einstellung des jungen Frank.
Doch im Sinne der Wissenschaft ist Spaß ein Hindernis. Oder eine Ausrede dafür, dass die Erfindung nicht funktioniert. Eine Denkweise, die wohl letztlich das Tomorrowland aus seiner Anfangszeit von der aktuellen Version unterscheidet.
Und wenn wir das genauso sehen würden, dann müssten wir wohl nicht mehr ins Kino gehen.

Robert Schaefer
Studierende/r an der ifs internationale filmschule köln gmbh


Actionreiches Familienkino vom Pixar-Regisseur Brad Bird.
In "Tomorrowland" steht die Welt vor einer Klimakatastrophe. Doch die Menschheit unternimmt nichts, außer bei jeder Gelegenheit genussvoll die große Katastrophe heraufzubeschwören. Casey Newton fragt gerne mal "Was kann man dagegentun", doch wird sie von ihren Lehrern einfach übergangen.
Ein merkwürdiger Ansteckpin gewährt ihr den Blick in die Zukunft, die fantastisch schön ist. Doch das ganze ist nur ein Werbeprogramm und die tatsächliche Zukunft ist eine graue Endzeitlandschaft.
Mit Hilfe der Androidin Athena und dem resignierten Tüftler Frank Walker (der in den 60ger Jahren ebenso wie Casey im Heute einen Pin bekam) reisen sie zurück in die Zukunft um sich dem dunklen Lenker der Menschheit entgegenzustellen.
George Clooney, der zwar das Kinoplakat ziert, wird jedoch von den zwei jungen Hauptpersonen Britt Robertson (Casey Newton) und Raffey Cassidy (Androidin Athena) an die Wand gespielt.
"Tomorrowland" ist eine rasante Achterbahnfahrt zwischen der Gegenwart und einer möglichen Zukunft, die Casey Newton zu retten hat.
Dieses Science Fiction Abenteuer lässt keine Langeweile aufkommen. Ebenso fehlen die kitschig-rührseligen Szenen, mit denen viele Blockbuster versuchen, etwas Ruhe zwischen die Actionsequenzen zu bringen. Trotzdem wird der Spannungsbogen mit Leichtigkeit gehalten und die bunte Zukunftswelt lässt einen hoffen, dass wir unsere eigene Klimakatastrophe noch einmal abwenden können und unsere Welt mit ebensolcher Märchentechnik bestücken werden.

Wolfram Kampffmeyer






Der Regisseur von Ratatouille, The Incredibles und Mission: Impossible – Phantom Protokoll
macht einen Film über eine Disneyland-Attraktion. Klingt sehr chaotisch, ist aber ein durchaus
sehenswerter Film, jedoch mit kleinen Macken.
Die Story behandelt die Idee, dass es eine Welt gibt, in der sich alle kreativen Köpfe einfach
austoben können und so ein Utopia schaffen, dass dann irgendwann auch auf die gesamte Erde
ausgeweitet werden soll. Leider bleibt dies eine Utopie – die Welt bewegt sich eher ihrem
Untergang entgegen, nur Casey Newton (Britt Robertson) fragt immer wieder: "Can we fix it?" Und
avanciert damit zur hoffentlichen Retterin von Tomorrowland und der ganzen Welt. Begleitet wird
sie von Frank Walker (George Clooney) und Athena (Raffey Cassidy), ehemaligen Bewohner von
Tomorrowland mit einer eigenen, besonderen Vorgeschichte.
Der Film ist mit gut 2 Stunden Länge nicht zu kurz, aber trotzdem hat man das Gefühl, das wichtige
Punkte der Geschichte zu kurz angerissen werden: Wie ist die Geschichte von Tomorrowland, wie
kam es vom rechten Weg ab, was sind die Motive von David Nix (Hugh Laurie), dem Oberhaupt
von Tomorrowland? Wer sind die blöd grinsenden Agenten und warum genau sind sie hinter den
Dreien her? Dabei bewegt sich Regisseur Brad Bird in der Inszenierung genau zwischen seinen
bekannten Werken: Ein Disney/Pixar-Film mit schönen Bildern und einer intelligenten Story, dazu
aber viel Action á la Mission: Impossible mit Kampfchoreografien und auch Bildschirmtoden – kein
Werk für Kleinkinder.
Die Crew u.a. mit Kameramann Claudio Miranda (Life of Pi, Der seltsame Fall des Benjamin
Button), Editor Walter Murch (Der englische Patient, Unterwegs nach Cold Mountain) und Craig
Wood (Guardians of the Galaxy), Produktionsdesigner Scott Chambliss (Star Trek),
Kostümdesigner Jeffrey Kurland (Inception) und der VFX-Crew von ILM, u.a. mit dem Urgestein
John Knoll (Star Wars, Fluch der Karibik) als Supervisor sorgen für eine tolle Erzählung der Welt,
in der man sich manchmal auch wie in einer Disneyland-Attraktion fühlt. Auch wenn die Story
nicht komplett einschlägt, bleibt die Utopie eines Tomorrowlands im Kopf und vielleicht regt sie
doch an zum Denken wie Casey Newton, Bob der Baumeister und Barack Obama: Can we fix it?
Yes we can!


Matthias Backmann
Student Digital Film Arts Visual Arts
 https://vimeo.com/90402825
https://de.linkedin.com/pub/matthias-backmann/95/734/246


Nach mehr als 2 Stunden komme ich aus dem Kino – und an was muss ich als Erstes denken? An
Thomas die kleine Lokomotive, die im Antman-trailer von den Schienen gefegt wird... ups.
Was habe ich eigentlich erwartet? Nichts ehrlich gesagt. Ich wusste nichts über die Story, den
Regisseur, die Schauspieler - nur Clooney, der nicht zu übersehen auf dem Kinoplakat prangt.
Was hat mich erwartet: Ein kleines Gimmick direkt zu Beginn, das Disneyschloss angepasst an
Tomorrowland - eine schöne Einstimmung. Wir sehen einen sympathisch gealterten Clooney, der
uns Zuschauern seine Geschichte erzählen will. Was ihm jedoch nicht so recht gelingt – schade,
denn nach dem sehr(!) vielversprechenden Anfang SEINER Story, verliert sich ihre die Geschichte
recht schnell in einer zähen Kaugummimasse. Und die klebt! Da helfen auch nicht die in großer
Zahl angesetzten Actionenszenen: Marshall-Arts Kampfstil, Fazer-pistolen, Beamen,
Verfolgungsjagden, Explosionen, Zeit/Dimsionsreisen, gewalttätige Teenager mit
Baseballschlägern, verpuffte Leichen - Moment – sind wir noch bei Disney?
Auch bleibt die Stimme im Kopf „Zu wem spricht der Clooney und wann sehen wir ihn endlich
wieder? Geht die Story dann richtig los?“
Kill Bill part I im Kinder-Terminatorstyle trifft kanonenartig auf Disney – und das funktioniert nur
mit Macken. Etwas kürzer getreten bei der Aktion hätte mehr Raum für die eigentlich sehr
nachdenklich machende Message gegeben. Ich fordere darum mehr Screentime für den
überzeugenden Gegenspieler Hugh Laurie.
Fazit:Mir stellt sich auch Tage später immer noch die Frage, warum hat Brad Bird den Stil der
ersten und letzten 10 Minuten nicht beibehalten und uns mit den wunderschön aufbereiteten
Bildern, die Chance gegeben sich ins Träumen zu stürzen. Denn darum geht es doch eigentlich?!
Wachrütteln geht auch ohne geköpfte Cyborgs und mit weniger offenen Fragen am Ende.

Alena Nicolai



Neuer Trailer zu Kleiner Rabe Socke 2 - Das große Rennen

Premiere auf dem Trickfilmfestival in Stuttgart

 
Ab dem 20. August im Kino
Inhalt: Als dem frechen kleinen Raben Socke durch ein Missgeschick die gesamte Ernte der Waldtiere in den Fluss purzelt, muss ganz dringend Nachschub her, bevor Frau Dachs etwas merkt! Das Geld für neue Wintervorräte will Socke beim großen Rennen durch den Wald gewinnen. Doch die Konkurrenz ist groß: Der rasende Rinaldo, ein Papagei aus Südamerika, macht Socke und seinen Freunden Eddi-Bär und Bibermädchen Fritzi das Leben ganz schön schwer. Achtung, fertig, los: Ein neues aufregendes Abenteuer beginnt!

Regie: Ute von Münchow-Pohl, Sandor Jesse
Mit: Jan Delay, Katharina Thalbach, Anna Thalbach

Offizielle Film-Website: w
Im Verleih von Universum Film: http://www.universumfilm.de


ww.rabe-socke-film.de

Dienstag, 19. Mai 2015

Hier ist Teil 1 der INDAChs Kritiken zu A WORLD BEYOND - TOMORROWLAND

Wenn man sich anschaut wie wir unseren Planeten mit all seinen Ressourcen ausbeuten, fällt oft die Phrase "Wir handeln so als hätten wir eine zweite Erde in der Westentasche."
Im Film "A world beyond" wird dieser Satz wörtlich genommen. Die klügsten und kreativsten Köpfe der Geschichte und der Gegegenwart erschaffen in einer Paralleldimension das sogenannte "Tomorrowland", eine perfekte Welt.
Die wissenschaftsbegeisterte Casey (Britt Robertson) erhält vermeintlich durch Zufall Einblicke in diese Welt. Wenn sie einen mysteriösen Button berührt, findet sie sich in der Zukunftsstadt wieder. Nur leider hält die Batterie des Buttons nicht lange vor. Getrieben von Neugier und Begeisterung will sie unbedingt mehr heraus finden um wieder an diesen faszinierenden Ort zu gelangen. Doch stellt sich das schnell als nicht ganz ungefährlich heraus. Unterstützung erhält sie dabei von einem Cyborg-Mädchen (Raffey Cassidy) und dem Erfinder-Genie Frank Walter (George Cloony), der bereits einen Teil seiner Kindheit und Jugend in Tomorrowland verbracht hat. Gemeinsam schaffen sie es in die Paralleldimension zu gelangen.
Janine Krieg

Brad Bird als Regisseur macht natürlich sofort neugierig. Und in der Tat hat er einen großen Film geschaffen, der sowohl im Bereich Story als auch in der visuellen Umsetzung zu überzeugen weiß.
Zu Beginn des Film wird man sofort mit Eindrücken des Tomorrowlands angefüttert und fiebert dann zusammen mit der Hauptfigur dem Wiedersehen entgegen. Das dauert allerdings sehr lang. Gerade im ersten Teil zieht sich der Film etwas. Es muss zwar eine Menge erklärt werden um die Handlungen der Figuren nachvollziehen zu können, dennoch fragt man sich, ob das nicht geschickter und kurzweiliger gelöst werden könnte. So dauert es bis zum letzten Drittel des Films bis die Protagonisten endlich im Tomorrowland ankommen und dann wird die Handlung so schnell voran getrieben, dass man die Umgebung gar nicht richtig genießen kann.
Dennoch ist die Story gut aufgebaut. Die Figuren machen allesamt eine spannende Entwicklung durch. Die Schauspieler sind sehr überzeugend und Hugh Laurie gibt einen facettenreichen Bösewicht ab, der durchaus plausible Gründe für sein Handeln hat.
Die visuelle Gestaltung ist ebenfalls gut gelungen. Vor allem beim Tomorrowland konnten sich die Designer richtig austoben. Auch wenn viele Science Fiction-Stadt Klischees bedient werden, wie etwa schwebende Züge, überall Glas und glatte Oberflächen, gibt es doch das ein oder andere überaschende Detail zu sehen.
Die Effekte sind solide, nur gerade zu Beginn fühlt man sich bei einigen Einstellungen in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück versetzt, als noch Filmleinwände hinter den Darstellern liefen. Da hätte es wohl etwas mehr Mühe im Compositing bedurft. Das bessert sich aber im Verlauf des Films und die Effekte ziehen einen in den Bann.
Insgesamt war es ein sehr guter Film. Es fehlte vielleicht der "WOAAAHHH-Effekt", aber unterhalten hat er allemal und etwas zum Nachdenken gibt er einen auch mit auf den Weg.

Janine Krieg
jane-war.tumblr.com



Nachdem mich die Trailer schon neugierig gemacht hatten, aber noch etwas vage waren, und Brad Bird vorher schon einige großartige Filme auf die Leinwand gebracht hatte (bis heute mein Pixar Favorit: The Incredibles), ging ich zwar schon mit einigen Erwartungen aber trotzdem relativ offen in die Vorführung von „Tomorrowland“ (oder in Deutschland mal wieder sinnigerweise umbenannt in "A World Beyond"). Und ich muss sagen, ich wurde nicht enttäuscht.
Brad Bird nimmt einen mit auf einen fantastischen Abenteuertrip, auf welchem er das Kind in jedem Nerd anspricht und es ihm gelingt, noch einmal den kindlichen Entdeckerdrang zu erwecken. Der Film ist vielleicht nicht für alle gleichermaßen ansprechend, aber große und etwas kleinere SciFi- und Abenteuer-Fans kommen definitiv auf ihre Kosten.
Eventuell sieht man die Welt und die Möglichkeiten, die sie bietet, danach mit etwas anderen Augen, zumindest hatte man aber eine Menge Spaß.

Jan Fiedler
PIXOMONDO | Senior VFX Producer
http://www.pixomondo.com



In Tomorrowland - A World Beyond erhält die Teenagerin Casey (Britt Robertson) einen geheimnisvollen Anstecker auf dem ein „T“ zu sehen ist. Wie schon im Trailer zu sehen war, zeigt dieser Anstecker ihr den futuristischen Ort „Tomorrowland“. (Damit ist übrigens nicht das gleichnamige Musikfestival in Belgien gemeint :). Wegen dieser Verwechslungsgefahr wurde der Titel in Europa anscheinend teilweise geändert, bei uns heißt der Film jetzt „A World Beyond“.)Auf ihrer Suche nach dem echten Tomorrowland trifft Casey auf das kleine Mädchen Athena (Raffey Cassidy), die ihr dabei hilft Frank Walker (George Clooney) zu finden.Es hat mir sehr gut gefallen, dass zu Beginn des Films das bekannte Disney-Intro zu einem futuristischen „Tomorrowland“ Disney Schloss umgestaltet wurde. Das setzt schon bevor der eigentliche Film überhaupt losgeht eine gute Stimmung Fest, und erhöht nochmal die Vorfreude darauf das echte Tomorrowland im Film zu entdecken.
Tomorrowland ist unter den größeren Blockbuster Filmen endlich mal ein „originaler“ Film, also kein Prequel, Sequel oder Reboot das einem großen Franchise angehört. Anders als viele aktuelle Blockbuster setzt Tomorrowland auch etwas weniger auf Action. Vielmehr geht es um die Zugrunde liegende Idee einer besseren Zukunft als Gegensatz zu den dystopischen Aussichten die z.B. andere futuristische Filme aufzeichnen. Trotzdem gibt es in Tomorrowland natürlich auch Actionsequenzen, die Spaß machen und sogar wirklich spannend sind!
Governor Nix (Hugh Laurie) ist ein etwas spezieller Bösewicht. Er ist nicht einfach nur böse weil er eben der Film-Gegenspieler ist, sondern einfach nur weil er eine andere Meinung hat als unsere Helden. Tatsächlich diskutieren unsere Protagonisten sogar mit Governor Nix, und versuchen ihn vom „guten“ Tomorrowland zu überzeugen. Insgesamt ist Tomorrowland ein schöner Familien Abenteuer-SciFi Film, dem es am Ende gelingt uns eine positive Zukunft zu präsentieren


Tim Hennig
www.timhennig.wordpress.com
Studierende/r an der ifs internationale filmschule köln gmbh

Noch ein Zukunfts - Szenario! Der Terminator lässt grüßen - zumindest was die Machart angeht!
Brillant inszeniert, wie es sich für Disney gehört. Opulente  Ausstattung, üppige Machart, Super-Tricks und -Effekte. George Clooney hatte ich immer als Beau und Frauenhelden eingestuft. In diesem Film wirkt er erstaunlich menschlich - darstellerisch sehr überzeugend. Die Hauptdarstellerin Casey (Britt Robertson) ist ja jung und muss noch üben, um einen mitzureißen. Erstaunlich das junge Mädchen / Kind! Raffey Cassidy schlägt alle in ihren Bann, der Junge Thomas Robinson verblasst etwas neben ihr - dennoch erinnern beide an Jane und Michael Banks. Kinderduos machen sich
immer gut. Schön ist der Ausgangspunkt der Geschichte, in dem das Tomorrowland, das  in jedem Disneyland als Attraktion zu finden ist, genommen wird. Aber dann! Der Zuschauer kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es  eine Timing - Vorgabe war, dass es immer wieder krachen, zischen und brennen muss, damit die Spannung erhalten bleibt. Es wird geschossen,  zerquetscht und umgebracht. Der Story fehlt, was sonst einen Disney - Film ausmacht - und das hatte  auch Brad Bird sowohl bei den Unglaublichen wie bei Ratatouille drauf:  das Chaplinesque. Tragik und Komik des Lebens liegen dicht beieinander.  Wie haben wir mit Schneewittchen und der Hexe gelitten und gleichzeitig über die Zwerge lachen können. Wie haben wir mit Bambi geheult, als
seine Mutter erschossen wird und gleichzeitig gelacht, als sich Klopfer verliebt. U.s.w. u.s.w. Ein interessanter Film, gut gemacht, den man sich anschauen kann. Der ganz große Wurf, den man durch den Namen Brad Bird erwartet, ist es nicht.
Peter Völker
http://www.pans-studio.de/



Schon der Titel lässt uns erahnen, dass wir als Zuschauer in eine andere Welt entführt werden. Zusammen mit der jungen Casedy (Britt Robertson) und dem Griesgram Frank (George Clooney)
begeben wir uns auf eine Reise in eine futuristische Traumwelt. Die Idee dahinter basiert auf einer Disneyland-Attraktion aus dem Jahre 1955. Es zeigt unsere Welt, wie sie in der Zukunft einmal aussehen könnte.
Doch dies ist nicht die einzige Zukunftsvision im Film. Clooney ist fest davon überzeugt, dass die Welt schon sehr bald ein jähes Ende nehmen wird. Erst durch die positive Einstellung Casedys, gibt es ein Fünkchen Hoffnung auf die Rettung unserer Welt.
Mit eindrucksvollen Kulissen und virtuellen Effekten springen auch wir Zuschauer zwischen den Zeiten: wir bewegen uns mit unseren Protagonisten vom Disneyland der 50er Jahre bis in das Land von Morgen. Disney orientiert sich an Originalaufnahmen aus der Zeit und lässt seine alte Ausstellung wieder aufleben. Aber auch die futuristische Parallelwelt übernimmt Elemente dieser damaligen Vorstellung der Zukunft.
Disney verbindet in seinem Film zwei Weltanschauungen. Die Parallelwelt zeigt uns wie weit uns unser Erfindergeist, Neugier und Träumereien bringen können, verkörpert durch die junge Casedy und Frank in seiner Kindheit. Auf der anderen Seite machen sich unsere Helden aber auf den Weg ihre eigene zu retten, weil die Menschen im Begriff sind diese zu zerstören. Diese negative Einstellung wird durch den enttäuschten Frank zum Ausdruck gebracht.
In Disneytradition darf die angedeutete Dystopie allerdings nicht überwiegen. Das Ende der Welt schwingt zwar als lauernde Bedrohung im Hintergrund ein wenig mit, aber die fröhliche Entdeckerlaune der Reisenden bestimmt sowohl die Bilder als auch die Stimmung des Filmes. Da diese erschreckende Zukunftsvision als alleiniger Grund für ihre Reise angebracht wird, hätte ich mir doch ein wenig mehr „Weltendstimmung“ gewünscht.
Mit Tomorrowland erschafft Disney wieder einen familienfreundlichen Unterhaltungsfilm, welcher durchaus seine Vorzüge in den aufwendigen und detailreichen Kulissen und den beeindruckenden Special Effects hat. Ein kleiner Ausflug in eine Welt „in der alles möglich ist“, welcher aber leider wohl nicht allzu lange im Gedächtnis haften bleiben wird.

Steffi Beier


Moderne Blockbuster, besonders seit The Dark Knight und den Marvel-Franchises, leben häufig von einer eher pessimistischen Grundtönung. So ist die Welt an sich eher schlecht und wenn man sie retten wollte, dann vor allem vor sich selbst. Warum diese ständig neu dem Untergang geweihte Welt eigentlich gerettet werden müsste, unterschlagen die Superhelden zumeist, es ist halt ihr Job. Nimmt man die Übernatürlichen als Quelle und Lösung allen Übels jedoch einmal heraus aus der Gleichung stellen sich zwei wichtige technische Fragen für den Blockbuster von heute. Erstens, warum ist bald Weltuntergang und warum sollte man ihn, zweitens, verhindern?
Weil die Zukunft, die hinter der Rettung der Welt liegt vermutlich großartig sein wird. So lautet jedenfalls die Antwort, die Regisseur Brad Bird in Disneys A World Beyond anbietet. Eine großartige Zukunft jedoch, ein Topf voll Gold am Ende aller Regenbogen, die bereits existiert. Ein Wunderland in einer parallelen Dimension. Tomorrowland, nicht allzu weit entlehnt von Walt Disneys gleichnamiger Themenpark-Idee, eine Welt, in der sich die brilliantesten Geister die Welt formen können, so weit es ihnen ihre Vorstellungskraft erlaubt.
Während die Welt im Allgemeinen und ihre fantastischen Parallelwelten im Speziellen für Optimisten, Visionäre, Erfinder und Weltverbesserer aller Art ein Sprungbrett in die Zukunft sind, trifft das auf den Rest der jeweiligen Bewohner nicht unbedingt zu. Die ergehen sich nämlich in Untergangsvisionen (s.o.) und spielen Szenarien durch, die kein Entkommen haben sollen, weil ein Blick in die kommenden Zeiten ihnen den Appetit darauf verdorben hat. Diesen Gegensatz aus Glauben an die grundsätzlich gute Zukunft und deren düsteren Widerparts (der Postapokalytiker Mad Max ist ja auch gerade wieder auf der Leinwand zugange) läßt das Kino derzeit zugunsten der Dystopien meist ein wenig unter den Tisch fallen. Der letzte Film, der dieses Ungleichgewicht Richtung Schicksalsergebenheit zum Thema hatte war Christopher Nolans Interstellar. Dort war die Welt, so schien es, einfach am Ende und beinahe alle Welt fand sich einfach damit ab. So stellt sich das auch in A World Beyond dar. Eine diffuse Endzeit im Heute. Und dann ist wohl bald Schluß, da kann man nichts machen.
Natürlich kann man doch, aber eben nicht mit Superkräften sondern mit dem Willen und dem Enthusiasmus, den es braucht, die Welt zu verändern. Pioniergeist, Kreativität und Risikobereitschaft sind dabei die Schlüssel. Und Menschlichkeit, sonst geht natürlich alles schief, was sich die Visionäre so ausdenken, das ist auch in A World Beyond nicht anders.
Der ganze Film hält sich nicht zurück dabei, den Zuschauern genau dieses Bekenntnis ziemlich deutlich aufs Auge zu drücken. Die sympathischen Darsteller lassen das aber leicht ertragen und die Inszenierung ist einfallsreich genug um durch den märchenhaften Plot zu tragen. Das der Lücken hat, in die eine oder zwei Magnetschwebebahnen passen, wäre verzeihlich. Allerdings führt er auch immer wieder auf unvermeidliche Actionszenen. Diese sind in sich zwar stets verspielt und abwechslungsreich. Dafür fallen sie immer ein wenig aus dem Gesamtgebilde, weil sie einfach nur mehr Stress in die Handlung pumpen sollen. Da kommt dann doch wieder Blockbuster-Alltag auf, dem sich A World Beyond sonst so erfrischend entzieht. Und wenn sich am Ende zwei Männer kloppen müssen damit irgendwo eine Bombe platziert werden kann, die dann das Schlimmste verhindert, ist das wahrlich nicht das originellste Rezept. Aber zum Glück ist solche Standardkost in A World Beyond die Ausnahme.
Hier und da also ein wenig dünn gewoben, aber unbedingt des Ansehens wert. Obwohl mit CGI nicht gegeizt wird wirken die Bilder von Kameramann Claudio Miranda stets gut geerdet, die Action ist nachvollziehbar und verbreitet physischen Schmackes. Die Montage ist knackig und beschränkt sich aufs Wesentliche, Cutter Walter Murch und Brad Bird führen uns mit sicherer Hand durch ein manchmal ziemlich verdrehtes Märchen, das nur aussieht wie ein Blockbuster. Stattdessen ist es ein charmanter Spinnfilm dessen Figuren man gerne so lange wie möglich zusieht.

Marc Richter
http://richteffekt.de/
Zwei begeisterte Indachse
Sebastian König
Der neue Film von Regietalent Brad Bird wird beworben als fesselnd faszinierender Mystery-Abenteuer-Trip. Wer jetzt hinter diesen plakativen Werbe-Schlagworten den gewöhnlichen Blockbuster-Schinken erwartet, hat weit gefehlt. Tomorrowland ist keine Effekt-Show, obwohl es natürlich Effekte und fantastische Designs enthält, schließlich ist ein Teil des Films in der Science-Fiction angesiedelt. Jedoch sind diese Dinge der Story untergeordnet und kommen nur in den Vordergrund, sofern es der Erzählung dient.
Denn das wahre Spektakel in diesem Film sind die Charaktere und ihre Entwicklung. Vor allem die Beziehung der Charaktere untereinander und ihr Einfluß auf den jeweils anderen,sind die treibenden Elemente in der Story. Anders hätte man es von Animations-Veteran Brad Bird auch nicht erwartet. Es ist schön, einen Film zu sehen, in dem nicht die visuellen Effekte für epische Bilder sorgen, sondern das kompositionelle Gespür des Regisseurs und seines Teams. Daß der Film dann noch großartige Schauspieler mit seinen Rollen besetzen konnte, macht das Erlebnis umso besser, denn es wird mit mehr als nur einem Helden aufgewartet. Und diese ziehen uns stärker in die Geschichte als alles andere.
Die Story selbst spielt mit der Frage nach dem Schicksal, die sich klassischerweise in einer utopischen Hoffnung ausdrückt. Diese Frage wird umgekehrt, was wäre, wenn es keine Hoffnung mehr gibt? Der Film präsentiert also klassisches Storytelling, und benutzt dafür die aktuellsten Themen unserer Welt, was der Story viel Gewicht verleiht.
Eine großartige Sequenz zeigt, wie eine antike Rakete in Steam-Punk-Look aus dem Eiffelturm ins Weltall schießt. Die Szenerie ist wirklich schön, allerdings zücken die Passanten in Paris nur ihre Smart-und Mobilgeräte und machen Photos. Hier das Thema des Films sehr schön deutlich. Das Morgen von gestern ist nicht unbedingt das Utopia von heute, sondern nur das, was wir daraus machen. Kein Gut gegen Böse, sondern wir gegen uns selbst.
Das ist natürlich ein altes, aber komplexes Thema, daß man durchaus philosophisch nennen kann. Und trotz, oder gerade wegen des oben beschriebenen, ist der Film nicht langweilig.
Einige Längen und nicht ganz saubere Rhythmen mag man ihm unterstellen, jedoch fallen diese Sachen zu wenig ins Gewicht, um diesen Film am Ende nicht doch ein Abenteuer nennen zu können.

Sebastian König
lebastille.blogspot.de

Brad Bird´s aktueller Film "A world beyond" ist ein netter und leicht erzählter Film, der mich wenig überrascht und kaum beeindruckt hat.
Die Darsteller liefern eine solide Performance ab, die mich aber wenig mitgerissen hat.
Die Story plätschert viel zu lange seicht vor sich hin.
Im Nachhinein hätte ich gerne ein paar versteckte Hinweise für später in der Erzählung wichtige Geschehnisse entdeckt, die mich als Zuschauer mehr mit in die Story einbeziehen hätten können.
Der digitale Part ist zwar grundlegend gut umgesetzt, aber auch das hat mich nicht wirklich beeindruckt.
Die Spannungsmomente sind nur sehr kurz und oberflächlich, was ich sehr schade fand.
Die Story gibt definitiv mehr her für einen sich mit Spannung steigernden Handlungsablauf.
Stattdessen plätschert der Film 130 Minuten so vor sich hin und am Ende ist alles gut. Einfach so.
Der Film ist zwar charmant erzählt und solide umgesetzt, aber eine mitreissende Umsetzung der
Geschichte erwartet man hier vergebens.
Fazit: nett und hübsch.

Brigitta Encke
Brigitta hat sich als Digital Artist auf Digital- und Matte Painting, Texturing sowie auf Background Art spezialisiert. Sie arbeitet freiberuflich im Bereich von Film, CG und Animation.


Tomorrowland - Gut - Vielfältig - Lecker, eben wie Nespresso

Ich kann mir nicht helfen, aber sobald ich Clooney sehe, sehe ich Nespresso vor mir. Hätte er sich doch einen Bart wachsen lassen oder eine Mütze aufgesetzt. Aber nein, er sieht genauso aus wie in den Werbespots. Naja, das ist aber auch schon das größte Manko dieses Films, denn sonst ist der Film 1a Unterhaltung über 2 h. Er hat zwar kleine Schwächen, aber es ist halt ein Disney Film, der nicht nur Erwachsene sondern auch Kinder anspricht. Und diese Zielgruppe wird sicher nicht enttäuscht. Tolle Visual Effects, gute Ideen aus dem Land der Zukunft, gutes Schauspiel, einige Überraschungen und viele Lacher.
Vor allem Brad Bird hat es mir seit Incredibles und Rataouille angetan, beides Filme die ich wirklich grandios finde. Die Geschwindigkeit und Action, sowie die Bildsprache gefallen mir sehr, auch so bei Tomorrowland. Nach dem ersten Trailer wußte ich, daß ich diesen Film unbedingt im Kino sehen muss. Und ich wurde nicht enttäuscht!
Die Dialoge sind spritzig, und abgesehen von Clooney, endlich mal neue Gesichter, deren Schauspiel überzeugen kann. Jede Menge neue futuristische gadgets, und natürlich die Jetpacks, die sich jeder schon als Kind gewünscht hat (ich jedenfalls).
Die Musik von Michael Giacchino ist, in gewohnter Weise, frisch, passend und schön orchestriert. Zwar waren seine früheren Kompositionen noch mit mehr Energie, aber auch hier passt die Musik. Sehr gut fand´ ich daß der Film oft auch KEINE Musikuntermalung hatte, erfrischend anders und für meinen Geschmack waren die musikalischen Pausen auch gut platziert.
Einzig das Ende kam ein wenig abrupt. Da hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht, mehr Komplexität oder Überraschungen. Der Schurke, naja, hätte auch gerne etwas „schurkiger“ sein können. Ansonsten hat mich der Film aber wirklich gut unterhalten und er wird ganz sicher in meiner BluRay Sammlung landen. Hoffentlich gibt es mal ein Computerspiel bei dem ich mit Oculus Rift und Jetpack durch Tomorrowland fliegen kann.
Und jetzt brauche ich erstmal einen Nespresso…
Bewertung: 8/10

von Martin Jann
 www.vizpark.com / www.pixelsonic.com




Tomorrowland ist ein Utopischer Sci-Fi Film der es schafft große Bilder, tolle Effekte und eine spannende Geschichte zu verschmelzen.
Regisseur Brad Bird lässt die 130 Minuten Spieldauer wie im Flug vergehen und scheint auch einen guten Draht zu den Schauspielern gehabt zu haben. Denn diese spielen auf durchaus hohem Niveau. So macht es richtig Spaß Britt Robertson als poppigen Teenager Casey Newton und George Clooney als Zynischen Frank Walker durch den Film zu folgen. Lobende Worte sollten auch an die Jungschauspielerin Raffey Cassidy gegeben werden. Ihr Charakter Athena ist ein tragendes Element der Geschichte den sie charmant und überzeugend auf der Leinwand verkörpert.
Leider hat man manchmal das Gefühl, dass das Studio dem Zuschauer die Message einer besseren Welt zu sehr aufdrängt, was dem Film teilweise einen leicht fahlen Beigeschmack gibt.
Alles in allem ist Tomorrowland ein unterhaltsamer kurzweiliger Sci-Fi Streifen für die ganze Familie der, wenn man über die ein oder andere zu gewollte Lektion zum Thema bessere Welt hinwegsehen kann, auf jeden Fall Spaß macht.
 
Raphael Rau
http://www.silverwing-vfx.de/